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Dienstag, 13. Juli 2010

Kreuzberg Moritzplatz



Der Moritzplatz ist öd und leer
die Autos fahren schnell d'rum her
um fliehend nach rechts abzubiegen
den Moritzplatz lässt man links liegen


Dabei ist der Moritzplatz einst viel mehr gewesen und hatte auch mehr zu bieten.
Es gab Cafés, ein Theater, eine Synagoge, eine der zahlreichen Gaststätten von Aschinger, Schmuckhändler und Wohnhäuser dicht an dicht. Die Kneipe „Zum kleinen Mohr“, einst eine Apotheke, ist von der alten Herrlichkeit noch übrig geblieben. Sieht man eine alte Fotografie an, ist der Platz nicht wieder zu erkennen.
Udo Badelt hat im Tagesspiegel die Geschichte des Moritzplatzes elegant nachgezeichnet.



Jetzt wird der Industriebau an der Südwestecke, der bis vor zehn Jahren noch von dem Pianobau-Unternehmen Bechstein benutzt wurde, umgebaut.
"Die Firma Modulor, die Stifte, Pinsel, Schablonen und alles weitere vertreibt, was Künstler brauchen, und der Aufbau-Verlag werden hier im Frühjahr das „Aufbau-Haus“ eröffnen: Ein Kreativzentrum, das eine Platzkante schließt und mit großen Fenstern Einblicke in das geben soll, was hinter der Fassade geschieht.
Aufbau-Mehrheitseigentümer Matthias Koch, der den Verlag vor zwei Jahren übernahm, will Buchhandlung, Café, Club, Galerie und ein Theater ansiedeln, in dem von der türkischen Hochzeit über Stadtteilarbeit, postdramatisches Theater und Kinderleseförderung alles möglich sein soll. Koch sieht das pragmatisch: „Die Kreativindustrie ist ein Wachstumszweig in Berlin, und man investiert in Wachstumszweige.“

Wenn das "Aufbau-Haus" fertig ist, soll es dort jeden Tag eine Veranstaltung geben.
Jeden Tag ein Grund weniger, den Moritzplatz links liegen zu lassen.

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